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Bye Bye Bishkek

So, lange genug rumgesessen und Zeit tot geschlagen. Wobei ich sagen muss, dass es sich mit einem Buch in der herbstsonne auf Bishkeks Plätzen durchaus aushalten lässt.
Am Freitag haben wir den Einzahlungsschein vom Visa abgegeben und danch war ich nochmal bei meinem Panzerchen. Die Hämmatome auf meinem Rücken war schon etwas zurück gegangen. Trotzdem habe ich sie gebeten etwas zarter zu sein. Sie hat sich bemüht, hat mich mit heissen Steinen belegt und etwas sanfter massiert. Aber so richtig sanft ist nicht ihre Art. Nein, das passt nicht zu ihr. Zum Abschied hat sie mir noch Räucherstäbchen geschenkt 🙂
Das WE hab ich wie gesagt auf Bishkeks Bänkchen verbracht. Oh, am Sonntag war ich zusammen mit Fritz Mittagessen. Gegrillte Schweinekotlets. Je je je! Dazu Pommes und ein Bier! Endlich mal wieder was vernünftiges.
Heute bin ich nochmal zum Autoteilebasar gefahren um mir eine neue Verteilersteckdose für’s Auto zu holen. Die letzte ist durchgeschmort…
Morgen früh geht es dann endlich weiter nach Almaty. Russisches Visum holen, Autochen zum Hyundai bringen und checken lassen und dann ab Richtung heimat.

Nix mit Autoverkauf. Wer A sagt muss auch B(äh) sagen

Hui, jetzt hab ich lange nicht geschrieben. Andererseits gab es auch kaum was neues.
Nach langem ringen, ich hatte die letzten 2 Wochen ja kaum einen anderen Gedanken, hatte ich mich entschossen den kleinen abzustossen.
Ich hatte Martin, einen Schweizer, den wir in Khorog getroffen hatten angeschrieben, weil der einen Bekannten hat, der hier Autos verkauft. Der meinte aber, dass das schwierig sei, weil das Auto so alt ist und hat mir einen Link auf eine Webseite geschickt zur Berechnung der Zollabgaben. 3500USD. Nicht lustig.
Einen Händler den ich angeschrieben hatte, hat mir angerufen. Ein voll netter Typ der auch noch gut englisch gesprochen hat. Der meinte, ich hätte keine Chance das Auto zu verkaufen. Der meinte zu den 3500USD kämen nochmal so 500USD für andere Sachen drauf. Sein Tipp: Fahr das Auto heim!
Der Typ aus Arslanbob will mir 3000USD zahlen und würde dann die Einfuhr machen. Aber für 3000USD mag ich mich nicht von meinem kleinen trennen. Davon abgesehen wäre das ein ganz schöner verlust.
Daher habe ich mich jetzt entschlossen halt doch heim zu fahren. Aber 8 bis 9000km sind halt schon weit. Dazu kommt, je länger ich hier rumsitze, je mehr bekomme ich lust noch weiter zu reisen. Südostasien vielleicht? Sonne, Strand und Meer. Hier ist es Herbst. Zwar ein schöner goldener Oktober, aber halt doch kalt.
Ausser warten gab es diese Woche nicht viel zu tun. Anfang der Woche waren Feiertage, warum ich erst heute zur Botschaft konnte um mein kasachisches Visum zu beantragen. Morgen muss ich nochmal hin um den Einzahlungsbeleg abzugeben und dann heisst es nochmal 3-5 Tagen warten. Aber rumfaulen ist ja meine Spezialität.
Gestern war ich bei der Massage. Donnerwetter, das war ein Weib. Nicht arg gross, aber dafür stark. Nachdem die mich eine Stunde lang misshandelt hatte, kam ich mir vor wie von nem russischen Panzer überrollt. Dafür war mein Rücken sehr leicht und es ist schön wenn der Schmerz nachlässt.
Das Stück durch Kasachstan bis Tiflis wird mich wohl Fritz begleiten. Ein älterer Schweizer, der gerade sein Leben in Australien aufgegeben hat.
In Almaty werde ich meinen kleinen wohl nochmal zum Service bringen und dann geht’s auf Richtung Russland, Georgien und in der Türkei entscheide ich dann, ob ich dort noch ein bisschen Reise oder ob ich einfach durchfahre und dann etwas wegflieg oder doch einfach da bleibe. Irgendwie alles blöd.

Jetzt ist sie weg und ich bin wieder allein

Katrin hat spontan beschlossen zur Hochzeit ihres besten Freundes zurück in Schweiz zu fliegen. So zu sagen als Überaschungsgast. Also haben wir in Arslanbob einen Flug gebucht. Leider hatte sie den Flug im Internet über so eine Billig-Reiseagentur gebucht, welche dann die Zahlung nicht machen konnte, wodurch das Ticket verfiel. Daher mussten wir dann an einer Tanke halten und dann über das langsames EDGE-Netz einen neuen und leider auch teueren Flug buchen.
Wie auch immer, der neue Flug wurde gebucht und ich habe sie heute morgen, ach was sag ich, mitten in der Nacht, zum Flughafen gebracht. Natürlich nicht ohne nochmal von der Polizei kontrolliert zu werden… Wenigstens gab es nichts zu beanstanden.
Vorher war ich im Adriano-Cafe im Bishkek Center und genoss deren richtig guten Cappuchino und ein Stück Sachertorte. Hmmm.
Das mit dem Auto verkaufen gestaltet sich nicht so einfach. Die Händler hier sind einfach nicht im Internet zu finden. Je nachdem wieviel es gibt fahre ich halt heim oder verkaufe ihn.

In den Walnusswäldern von Arslanbob

Vorgestern sind wir nach Arslanbob gefahren in die Walnusswälder gefahren. Ich hatte ja die Idee dass es auf der andren Seite des Berges schöner sein würde, weil weniger Menschen dort leben. Dem war zwar irgendwie so, dennoch haben wir nur mit Mühe einen schönen Schlafplatz gefunden.
Gestern sind wir dann nach Arslandbob gefahren. Dort sind wir zum heiligen Wasserfall gewandert. Ein kleiner, aber sehr hoher Wasserfall der in eine schmale Schlucht stürtz. Die letzen Meter waren dann doch weniger wandern als viel mehr klettern. Auf das allerletzte Stück wollte dann Katrin nicht mehr mit. Es war schön auf den warmen Felsen rum zu klettern. Auch wenn Turnschuhe dafür nicht das ideale Schuhwerk waren. Ausrutschen hätte böse geendet.
Bis wir wieder am Auto waren war es dunkel. Also haben wir einfach dort geschlafen.
Am Morgen, Katrin sass schon beim Frühstück in der Wiese, wurde ich von einem Guide geweckt, der Interesse an meinem Auto hat. Aber meine 6000USD wollte er nicht zahlen. Er meinte er müsse 2000USD für die kirgisischen Papiere zahlen… Also ich weiss nicht. Das kann ich mir nicht so recht vorstellen.
Eigentlich wollten wir heute zum heiligen Felsen hoch wandern. Leider haben wir den Einstieg nicht gefunden. Dafür sind wir dann in die Walnusswälder gefahren und dort rumgelaufen. Das war gut so. Denn es war unglaublich heiss.
Bei der Siesta unter einem Baum bin ich voll weggeratzt. Aufgewacht bin ich an dem Rauschen von herunterfallenden Walnüssen in der Nähe. Da ist ein Kirgise auf nem Baum rumgeklettert, dass man nicht hinschauen konnte. Unglaublich wieviele Nüsse von so einem einzigen Baum herunter fallen können.

Zurück nach Kirgisistan

Vorgestern morgen haben wir uns auf den Weg zurück nach Kirgisistan gemacht. Ich muss zugeben, dass ich schon etwas nervös war, weil wir kein usbekisches Visum geholt haben, auf dem Weg nach Osh aber mehrere usbekische Enklaven liegen. Hinzu kam, dass weder auf der Karte, noch im OsmAnd eine Strasse drum herum eingezeichnet war.
Der Grenzübertritt war sehr einfach. Weder bei den Tadschiken, noch bei den Kirgisen gab es Probleme – ausser natürlich die üblichen Sprachschwierigkeiten.
Einige Kilometer nach Batkien standen wir dann im Militärstützpunkt der Kirgisen und wurden nicht mehr weiter gelassen. Ich hoffte ja, dass es da eine Strasse um die Enklave herum geben würde. Leider nein. So mussten wir wieder zurück. Der Obermilitärfutzi hat mir aber den Weg beschrieben. Wir sollten nach Rishton/Usbekistan fahren und da gäbe es eine kleine Strasse die unten vorbei führe. Also zurück. Blöderweise standen wir so 30km weiter schon wieder an der Grenze. Also nochmal wenden. Kaum waren wir aus dem Militärposten draussen hat uns ein Polizist mit der Trillerpfeife angehalten. Wir waren ja schon fast etwas genervt, aber der war voll nett. Wir waren nämlich an der Umfahrung der Grenze schon vorbei gefahren. Kaum waren wir auf der richtigen Strasse, war der Rest kein grosses Problem mehr. Die Kirgisen bauen jetzt halt, nachdem die Usbeken einen Teil der Strasse für sich beanspruchen, eine neue Strasse.
Die Nacht haben wir irgendwo unterwegs hinter ein paar Hügeln verbracht. Und es war warm. Voll schön. Ohne frieren in den Schlafsack krabbeln.
Gestern haben wir dann den Rest bis Osh gemacht.
Heute war Ruhetag. Das Hotel wo wir sind ist einfach, dafür billig. Zum Frühstück sind wir in ein schönes Cafe und haben Pfannkuchen gegessen. Ein bisschen hart, aber mal wieder was „normales“. Dann auf den Markt, die Vorräte aufgestockt und in eine Pizzeria zum Mittagessen. Hmm, Pizza. Richtige, gute Pizza!