Monthly Archives: Mai 2013

Tbilisi

Den Sonnenaufgang hab ich heute morgen voll verpennt. Naja, war eh etwas bewölkt und ich scheine grade Schlaf zu brauchen.
Jetzt bin ich in Tbilisi und ab mein Auto erfolgreich zum Hostel navigiert. Also soll mir keiner mehr mit Rom angeben. So schlimm wie Ankara ist es nicht, aber doch eine Liga höher. Mal kucken was hier so geht.

Wie einfach und schön das Leben sein kann

Heute morgen hab ich mal wieder lange geschlafen. Dafür war ich nachts ne Stunde wach. So auf 1400m wird es doch kalt. Musste mir dann die Kapuze fest über den Kopf ziehen und es hat noch eine weile gedauert bis mein Kopf wieder warm war. Und morgens als dann die Sonne mein Auto aufgewärmt hat – herrlich. Hab dann angefangen meine Kisten etwas um zu organisieren, damit ich besser an die wichtigen Sachen komme.
Neben mir auf dem Parkplatz hatte Maria, eine ältere Österreicherin, in ihrem WoMo geschlafen. Die kam vorbei und hat mich zu sich zum Frühstück eingeladen. Nicht viel. Etwas Brot, etwas Käse und Gemüse, ein Ei und einen Kaffee. Aber weit besser als das was meine Vorräte her gegeben hätten.
Danach bin ich dann nach Vardzia hoch. Dort bin ich relativ schnell auf 4 schweizer Renter mit einer Reiseleiterin gestossen und denen durfte ich mich anschliessen. So habe ich natürlich viel mehr mitgenommen, als wenn ich da alleine durch wäre. Zumal die da noch so ein paar spezielle Wege und Tunnel wusste. Schon krass was Menschen so schaffen können. Und auch krass – einer der Schweizer war 90. Das muss man sich mal vorstellen. Und immer noch sowas von fit.
Das Nonnenkloster nebenan fand ich weniger spannend. Lustiger war dann die andere, kleinere Höhlenstadt, so 2km weg. Mit nem normalen Auto wäre ich ja nicht mal im Ansatz auf die Idee gekommen den Weg nach oben zu fahren, aber mit 4×4 birgt das einen gewissen Spassfaktor. Da gings so hoch, dass ich mein ganzes Armaturenbrett abgeräumt hab… Und die Untersetzung wirkt wunder. Vor allem beim runter.
Maria meinte es gäbe einen schönen Weg nach Tbilisi (oder auch Tiflis genannt). Nachdem mich das Mausoleum von Stalin jetzt nicht so richtig reizte und entlang der Autobahn meist wenig Platz für Romantik bleibt habe ich diesen Weg genommen. Georgien ist echt der Hammer. Da scheint jedes Tal sein eigenes Mikroklima zu haben. Von trockenen, mediterran wirkenden Tälern bis zu saftigen Hochweiden auf über 2000m ist da alles drin. Dort oben gibt es ausser ein paar Hirten und Cow- bzw. Sheepboys nicht viel. Die Menschen leben in sehr ärmlichen verhältnissen in einfachen, hässlichen Häusern und manchmal muss man sich schon fragen, warum sie sich ihr hartes Leben nicht wenigstens ein bisschen verschönern.
Die Strasse führte entlang der Eisenbahnlinie, die wohl seit Jahren keinen Zug mehr gesehen hat. Es ging hinauf auf über 2100m und an 2 Seen vorbei, wo ich eigentlich übernachten wollte. Leider gab es da keinen direkten Weg hin und 2km durch die Wiesen zu reiten hatte ich mich nicht getraut. Wer weiss – nacher ist da Sumpf und dann stecke ich da. Also beschloss ich weiter bis Tbilisi zu fahren, denn ich hatte ein echtes Bedürfnis mich zu waschen. Zwei Tage Schweiss und Staub klebten auf mir. An einer kleinen Quelle (ein Rohr das aus dem Berg kuckte) habe ich mir doch noch meinen Kanister gefüllt. Und ein paar Kilometer weiter entdeckte ich den dekadentesten Schlafplatz schlechthin. Mitten oben auf einem Hügel. Panoramaaussicht. Also von der Strasse runter, die 200m die Wiese hoch und schön eben geparkt. Es roch herrlich würzig nach Kräutern und Blumen. Ausser den Grillen und Zikaden war kaum etwas zu hören.
Mit geschätzen 15°C war es nicht besonders warm. Egal, ich wollte mich waschen. Gut versteckt hinter meinem Auto hab ich dann angefangen die Haare zu waschen. Aber das Wasser war so kalt, dass meine Hände so weh taten dass ich pause machen musste. Aber dann tat es auf dem Kopf weh. Und der Rest musste auch her halten. Das gute ist, beim Abtrocknen merkt man nix mehr weil die Haut taub ist.
Auf dem Markt hatte ich mich mit etwas Essen eingedeckt. Leider hatte das Brot einen sehr unangenehmen algigen Nachgeschmack. Dazu eine etwas muffig schmeckende Wurst, eine Gurke und ein schönes warmes Bier – fertig war das perfekte Dinner. Zuzusehen, wie die Sonne sich hinter den Wolken verabschiedete. In diesem Moment hätte es wohl kaum etwas besseres gegeben. Wenn man alles will und alles kriegt wird man bescheiden.

Ein harter Tag – für das Auto und mich

Gestern hatte ich richtig ausgeschlafen. Das war nötig. Dann bin ich nochmal etwas durch die Stadt marschiert. Pläne geschmiedet und dann festgestellt, dass mein Visum für Aserbaidschan ja schon am 20.6. abläuft. Bis dahin muss ich aber in Baku noch die Visa für Türkmenistan und Usbekistan in der Tasche haben. Damit wird es wohl nix aus einem gemütlichen Trip durch Georgien. Hatte mir dann einen kleinen Plan zurecht gelegt und heute morgen beim Aufstehen spontan über den Haufen geschmissen. Die Höhlen bei Kutaisi sind bestimmt spannend, aber mir war heute nicht danach. Statt dessen habe ich mich von der Dame vom Touris Info verführen lassen und die direkte Route nach Vardzia gewählt. Die meinte die sei schöner, aber man brauche einen Geländewagen. Nu, hab ich ja fast und mein kleiner hat heute gelitten, aber gehalten. Gute 200km als Tagesaufgabe. Ich hatte mir das leichter vorgestellt. Als nach so 50km die Strasse derart schlecht wurde habe ich etwas Luft aus den Reifen gelassen, damit es weicher wird. Nach 80km war von der Strasse nichts mehr übrig. Um meine bereits etwas geschunden Hinterreifen zu schonen habe ich dann auf 4×4 umgeschaltet. Das ging deutlich besser, aber halt trotzdem mit maximal 20km/h weiter. Meist noch deutlich darunter. Die Aussicht hingegen war genial. Das ist wohl eines der schönsten Täler auf Erden. Steil abfallende übergrüne Hänge und unten im Tal mäandriert ein Fluss durch sein breites Bett welches er sich wohl in der Regenzeit oder der Schneeschmelze selbst geschaffen hat. Kühe grasen am Strassenrand oder liegen auf der Strasse in der Sonne. Idyllisch – zum Fahren etwas blöd.
Zur Halbzeit stand ich barfuss im Schnee auf 2025m.
Der Skilift den sie oben gerade am bauen waren, weckte in mir die Hoffnung, dass die Strasse bald besser werden würde. Denn irgendwie müssen die Skifahrer ja da hoch kommen. Naja, sie wurde nicht nicht besser. Wenigstens die nächsten 40 oder 50km nicht. Keine Ahnung wer da oben Ski fahren soll bzw. wie sie die da hoch bringen wollen. Das war bei Trockenheit schon anstrengend genug. Wenn es dann noch nass oder gar glatt ist ist… Müssen die wissen.
Am vorbei Fahren habe ich mir noch das Kloster Zarzma angekuckt. Wo ich grade da war. Die Kirche sah von innen echt geil aus. Nur so recht rein getraut hab ich mich nicht. Die war klein und da waren gruselige Mönche drin und haben gebetet. Da kam ich mir dann als Tourist ein bisschen fehl am Platze vor.
Jetzt steh ich auf einem Parkplatz mit Blick auf die Höhlenstadt Vardzia. Sieht von unten recht spektakulär aus Morgen werd ich da mal hoch krabbeln.

Welcome to Georgia

Nach einem mehr als ausgiebigen Frühstück auf meinem Balkon bin weiter Richtung Grenze. Die Ausreise hat problemlos geklappt und ich hoffe, dass da dann wegen der Maut nix mehr kommt. Sonst hätten die bestimmt was gesagt.
Bei den Georgiern hat ein junger angefangen mein Auto zu durchsuchen. Als ich im dann den Kofferauf geöffnet hatte, hat er nen älteren zu Hilfe geholt. Der hat dann nur kurz gekuckt und war recht schnell zufrieden. Ohne dass ich alles auspacken musste. Die Dame an der Passkontrolle war auch etwas überfordert. Ging weg und kam dann nach 5 min wieder und stempelte meinen Pass: „Welcome to Georgia“. Fein.
Es ist das erste Land bei dem man keine Grenze bräuchte um fest zu stellen, dass man in einem anderen Land ist. Nach der Grenze erwarten einen die Überbleibsel eine UDSSR Verteidungsanlage. Bald einen Kilometer. Kühe laufen auf der Strasse und die Autos sind merklich älter und teilweise in desolatem Zustand. Wahrscheinlich stammen aber 90% aus Deutschland. Mercedes, BMW und Opel.
Das Guesthouse, naja. Im Internet waren die bei der Bewertung optimistischer. Egal, ich hatte schon schlimmeres. Batumi selbst hat ausser einem steinigen Strand nicht viel zu bieten.
Vorher hab ich mir die „Tanzenden Springbrunnen“ angesehen. Das ist jetzt doch mal was neues. Die haben einen riesigen Springbrunnen gebaut, schön beleuchtet und das alles zur Musik synchonisiert. Wasserballet in der reinsten Form.

Batumi

So, jetzt bin ich in Georgien.Heute morgen nach gemütlichem ausschlafen und einem sehr grossen Frühstück bin ich weiter Richtung Batumi. Der Grenzübertritt war erstaunlich entspannt. Einer hat mal angefangen durch mein Auto zu krabbeln um was zu suchen. Als ich ihm dann den Kofferraum geöffnet habe und er gemerkt hat, dass das doch mehr arbeit gibt hat er seinen Cheff (oder so) geholt. Der hat dann kurz gekuckt und gemeint es wäre ok. Schwup, schon bin ich da. Jetzt werde ich mir mal meinen Reiseführer nehmen und kucken was es hier so gibt.