Monthly Archives: August 2013

Welcome to Mars

Gestern morgen, als wir gerade alles verstaut hatten kam dann doch noch das Militär. Das war die Grenze, hier durfte man nicht sein. Sie gaben uns 2 Minuten. Die konnten wir halten.
Nur weil der Pamir Highway Highway heisst, darf man nicht zu viel erwarten. Eine Schotterstrasse führt uns auf den 4280m hohen Kyzyl-Art Pass. Links und rechts der Strasse sitzen unzählige fette Murmeltiere – ganz zur Freude von Katrin.
Oben auf dem Pass kam die tadschikische Grenze. Die Jungs waren tierisch entspannt. Das Grenzbüro war ein alter Seekontainer und zugleich Schlafzimmer. 3 Stockbetten, ein normales Bett, ein Ofen, ein Tisch. Gemütlich warm. Dort wurden die Pässe und Visa kontrolliert. Easy.
Draussen trafen wir ein schweizer Pärchen mit Toyota und zwei Österreicher mit Reise-LKW. Mit denen haben wir uns noch kurz ausgetauscht und Katrin hat von den schweizern eine gute Karte ausgeliehen.
Vorbei am Karakul-See sind wir über den 4655m hohen Akbajtal-Pass gefahren. Auf der anderen Seite war das Wetter wesentlich besser.
Ein Stück weiter unten im Tal, an einem kleinen Flüsschen, haben wir heute Nacht geschlafen. Wiederum ein gute Wahl. Trotz der Höhe von 4000m haben wir relativ gut geschlafen.
Heute morgen gab es strahlenden Sonnenschein. Nach nem Kaffee und zwei Keksen und habe ich mir noch den Rest Bier mit vom Vorabend gegönnt. Ein herrliches Sonntagmorgenfrühstück.
So eine Landschaft habe ich noch nie gesehen. Es ist am ehesten zu vergleichen mit Vulkangebiet. Nur dass es halt nicht auf den Vulkan begrenzt ist, sonder soweit das Auge reicht und hinter der nächsten Kurve geht es genau so weiter. Die Berge sind nackt. Wenig Fels. Nur unbewachsener Schotter der die steilen Hänge herunter rollt. Aber eben dieser Schotter macht den Reiz dieser Landschaft aus. Denn der nimmt alle erdenkbaren Erdfarben an. Von Grün über Gelb, Rot, Braun bis tiefes Schwarz ist alles dabei. So entstehen faszinierend maillierte Hänge. Teilweise sieht es aus die die Bilder die man vom Mars kennt. Teilweise erinnert es mich an die Bilder von Mama. Es ist einfach absolut surreal.
Jetzt liegen wir, noch in unsere Schlafsäcke verpackt im Auto mit offenem Kofferraum und geniessen diese bizarre Landschaft.

Wer lesen kann ist klar im Vorteil

Als wir gestern vom Taldyk-Pass (3615m) nach Sary-Tas fuhren bot sich
eine unglaubliche Kulisse. Auf der anderen Seite des flachen und weiten Tals lag die Arka Alaj Bergkette mit dem Pik Lenina (7134m) als höchster Gipfel. Dieser lag leider in den Wolken versteckt. Nichts desto trotz – unglaublich. Denn die über 5000m hohen Berge glänzen bläulich in der Nachmittagssonne. Anders als in den Alpen geht es hier ohne vorheriges Geplänkel nach oben. Das Tal liegt um die 3000m und wenn man sich dann vorstellt, dass es da dann einfach nochmal 4000m (4km) nach oben geht – unglaublich.
Ebenfalls unglaublich schön war unser Schlafplätzchen. So etwa 20km vor Karamyk sind wir von der sehr guten Strasse ab und einem kleinen Weg auf einen malerischen Hügel gefolgt. Dort haben wir das Auto geparkt und sind dann mit Pistazien und Bier noch bis nach oben. Eine wunderschöne, liebliche Landschaft. Das breite grüne Tal, in dem sich der Kyzyl-Suu hemmungslos zwischen grünen Wiesen mit kleinen Büschen ausbreitet.
Zum Abendessen gab es Bratkartoffel.
Heute morgen dann sind wir weiter Richtung Grenze. An einem Militärposten war aber leider Schluss. Diese Grenze ist für Ausländer geschlossen. Alles betteln und flehen half nichts. Was nervt ist, dass
die Eier von dem Posten in Sary-Tas das uns ja auch hätten sagen können. Denn die wussten ja schliesslich wo wir hin wollten. Gut, wir hätten aber auch einfach mal im Reiseführer lesen können. Dort stand es auch.
Also wieder 100km zurück und zur anderen Grenze. Was sich im ersten Moment nicht so schlimm anhört bedeutet für uns eine Umkehrung der Route. Anstatt uns langsam an die 4000er Marke heran zu tasten müssen wir jetzt gleich durch den höchsten Teil des Pamir Highways durch.
Die kirgisische Grenze ist bereits in Bor-Dobo, also so etwa 20km vor
der Grenze. Ich dachte das sei wieder nur ein Militärposten. Einer hat kurz in den Ausweis gekuckt und uns dann durchgewunken. Also bin ich durchgefahren. Hui hat der vom Customs einen Aufstand gemacht. Der wollte dann wieder „Straf“ haben. Die Erfahrung hat mich gelehrt einfach gar nix zu verstehen. Also hab ich ihm die Ausweise unter die Nase gehalten und ihm die Visa gezeigt und ganz hilflos gekuckt. Nachdem er sich abreagiert hatte war alles ok und ich musste nix zahlen. Noch kurz die Pässe ausstempeln lassen und raus.
Jetzt stehen wir im Niemandsland zwischen Kirgistan und Tadschikistan. Wir machen eine Aklimatationsnacht auf 3800m in der Hoffnung, dass wir dann morgen nicht Höhenkrank werden. Apopos Hoffnung: Wir hoffen dass hier heute Nacht kein Militär kommt uns vertreibt.

Wir verlassen Kirgisistan

Vor 3 Tagen haben wir Bishkek Richtung Osh verlassen. Unterwegs haben wir uns noch mit etwas Proviant eingedeckt. Ich war etwas müde und habe Katrin fahren lassen. Dafür hat sich mich verflucht. Der steile und kurvenreiche Aufstieg bis zum Pass war immer wieder durch langsame LKW „blockiert“. Man sieht halt nicht hinter jede Kurve. Dafür ist die Strasse breit genug als dass drei aneinander vorbei gehen. Das stresst hier niemand – ausser Katrin 🙂
Oben auf dem Pass habe ich sie erlöst. Dort ist ein mieser Tunnel. Nicht mehr als ein schlecht geteertes Loch durch den Berg. LKWs dürfen immer nur in eine Richtung fahren. Wenn einem aber dann einer in dem engen Tunnel entgegen kommt wird’s schnell eng.
Geschlafen haben wir irgendwo neben der Strasse.
Vorgestern nach Nutellabrotfrühstück ging es weiter. So gegen 1 hatte Madamme hunger. Mit der Bestimmtheit mit der sie die Truckergaststätte angesteuert hatte war klar, dass es hier wenig Diskussionsspielraum gab. Das Essen hatte den Namen nicht verdient. Schafnudelsuppe, bockelig wie sau und dazu noch schlecht gewürzt.
Gestern morgen haben wir den „Keller“ aufgeräumt und allgemein für etwas Ordnung gesorgt. Nachmittags waren wir auf dem Basar. Jetzt haben wir eine kitschige, chinesische, mit Blumenmustern verzierte Thermoskanne im Retrostyle und ein goldenes Teekesselchen.
Jetzt sind wir auf dem Pamir Highway unterwegs von Osh über Sari-Tash nach Dushanbe. Die Berge werden wieder steiler. Wir folgen dem Fluss durch das enge Tal. Schon schick so ein Fahrer.

Pimp my ride

Vorgestern, nach langem suchen, waren wir beim Reifenhändler. Die Reifen auf der Hinterachse waren abgefahren. Leider hatten die meine Größe nicht da. Aus dem Internet hatte ich noch alternative Reifengrössen raus gesucht. Den einen 225iger den sie hatten, hatte mir vom Profil nicht gefallen und die 235iger wollen die mir nicht verkaufen, weil sie meinten die wären zu groß. Der Autobasar hatte schon zu…
Abends hab ich nochmal im Starex-Forum nach Hilfe gerufen und wenig später war die Antwort da. 235iger sollten passen. Aber dann muss ich halt alle wechseln.
Gestern dann also nochmal los. Erst Autobasar. Leider waren die Reifen dort teilweise recht alt. Außerdem wollte ich Winterreifen weil sonst hab ich ja in der Schweiz keine mehr. Zurück zum Reifenhändler. Es ist schade um die guten Reifen vorne, aber letztendlich weil ich nicht mit 2mm Profil auf über 4000m rum fahren.
Nach etwas handeln bekamen wir 4 Maxxis SS01 235/75 R15 inkl Montage für rund 470 CHF. Maximalbereifung.
Jetzt sind die großen Radkästen besser gefüllt und ein paar Millimeter Bodenfrei gab es auch dazu. Sieht geil aus 🙂 Einziger Nachteil, es könnte bei starker Verschränkung halt etwas schleifen.