Daily Archives: 4. August 2013

Ein russisches Sanatorium

Gut, also die heissen Quellen… Ja, also da haben wir wohl was falsch interprätiert. Nur weil es an anderen Stellen in der Gegend heisse Quellen gibt, heisst das nicht, dass jedes Sanatorium über solche verfügt. Der Besuch war trotzdem sein Geld wert. Ein russisches Sanatorium wie im Bilderbuch! Aussen etwas verfallen, innen, sagen wir mal konserviert.
Vor dem Eingang zum Bad sass eine mit Artzkittel und hat uns „aufgenommen“. Danach hat sie uns durch ein kellerartiges Labyrinth ins Bad geführt. Es hätte mich nicht gewundert wenn wir plötzlich vor nem Atomreaktor gestanden hätten.
In dem Bad war ausser uns niemand. Ich glaube, hier bekommt jeder sein eigenes, weil wir später noch andere Badende beim Verlassen den Gebäudes gesehen haben und die müssen ja auch wo gewesen sein. Also jedenfalls hatten wir ein doch recht ordentliches Schwimmbecken ganz für uns allein. Gut, es war nur halb gefüllt und die gelbliche Farbe des Wassers war nicht sonderlich einladend. Teilweise hingen die Neonröhren nicht mehr alle am einst angestammten Platz, ebenso wie die angerosteten Deckenplatten. Aber sonst – russische Folklore. Echt geil!
Jetzt sind wir wieder in Karakol und haben die Rucksäcke für den nächsten Versuch gepackt. Morgen wollen wir zu anderen heissen Quellen trekken. Dort wollen wir mal schlafen und am nächsten Tag entscheiden ob und wie es weiter geht.

Martin

4. August 2013

Also nur mal so zur Info zwischendurch: Mein schweizer Handy kann keine SMS empfangen. Also Email, WhatsApp oder halt die kirgisische Nummer.

Am ersten Bächlein rechts

Vor zwei Tagen, nach dem Internetkafe, haben wir uns bei nem Touranbieter nochmals informiert und wollten ein Zelt ausleihen. Am Ende hat Katrin eines gekauft. Ausleihen ist recht teuer. Was mich nervt ist, dass ich ja eigentlich das perfekte Zelt daheim hätte. Das lässt sich leider halt nicht herzaubern. Das neue ist grösser, aber auch einiges schwerer.
Gestern morgen herrschte etwas dicke Luft. Katrin wollte gerne die 3-4 Tagestour in Angriff nehmen. Lagerkoller. Das Wetter war zwar bombig, aber die Wettervorhersage war es halt nicht so recht. Wir haben diese Tour nicht gemacht und sind statt dessen in ein anderes Tal gefahren, wo es heisse Quellen geben soll.
Dort sind wir so weit ins Tal reingefahren. Vorbei am gebrochenen Herzen, einem riesigen in der Mitte durchbegrochenen Felsen (also eher ein Berg). Irgendwann ging es mit dem Auto nicht mehr wirklich weiter. Also sind wir zu Fuss etwas weiter rein gelaufen und am ersten Bach rechts abgebogen. Auf der Karte war oben ein See verzeichnet. Den haben wir zwar nicht gefunden (oder sind nicht weit genug nach oben), aber ein richtig schönes Tal. So richtig richtig schön. Ich glaub inzwischen, egal wo man hier abbiegt, es ist immer sauschön.
Leider konnten wir dort oben nicht so arg lang Pause machen, denn meine Interpretation der Wetteranimation war richtig. Wir haben’s aber fast trocken zurück ins Auto geschafft.
Die Nacht hatte es viel geregnet und ich bin echt froh, dass ich mich gestern durchgesetzt hab. Katrin aber glaub auch (auch wenn sie das niemals zugeben würde).
Wir sorgen uns einzig etwas um die drei Spanier, die gestern zu einer 5-Tagestour aufgebrochen sind und uns fast ausgelacht haben, dass wir wegen eventuellem Regen nicht auf unsere grössere Tour sind. Der eine war noch tierisch stolz, weil er nicht mal eine Regenjacke hatte. Bei einer Tour auf 4000m ist das einfach nur dumm.
Jetzt faulen wir noch etwas im Auto und dann geht’s an die heissen Quellen. Die hatten wir gestern dann irgendwie vergessen, bzw. es ist mir etwas spät eingefallen, dass wir ja eigentlich dort hin wollten.