Monthly Archives: Oktober 2013

Da wird der Hund in der Pfanne verrückt

Als ich vorgestern schrieb, dass alles scheisse läuft, war mir noch nicht klar, wie viel mehr noch scheisse laufen kann.
Gestern morgen, ein herrlicher sonniger Tag. Daher beschloss ich vor der langen Fahrt zur russischen Botschaft zu laufen. Als ich dann endlich dran war und mein Visa in Empfang nehmen wollte sagte mir die Dame, dass sie mir das Visa nicht geben könnte, weil ihre Kollegen wohl meinten, dass die russisch-georgische Grenze für Ausländer geschlossen sei… Ok, also kurz umdisponiert. Dannn würde ich halt über die Ukraine zurück fahren. Da ich aber halt auch kein Visa für die Ukraine im Pass habe sei nicht garantiert, dass ich Russland wieder verlassen könne. Das brauche ich eigentlich auch nicht, weil ich in die Ukraine einfach für 90 Tage ohne Visa einreisen kann. Das wollte die mir aber nicht glauben und gab mir den Auftrag das schriftlich zu beweisen. Ich solle zum ukrainischen Konsulat gehen und mir das bestätigen lassen. Super.
Ich also los ins nächste Internetkafe. Adresse gefunden, bei Google eingegeben und dann gesehen, dass die am anderen Ende der Stadt ist. Gut, hilft ja nix. Also zurück ins Hotel, Auto holen und los. Naja, es war ein aussichtsloses Unterfangen. 14km durch den Stadtverkehr und ich hatte nur noch 1,5h. Dort angekommen war von einem Konsulat aber weit und breit nix zu sehen. Scheisse.
Nachdem die Botschaft schon zu hatte bis ich wieder in der Nähe war, habe im Hotel nochmal gesucht. OpenStreetMaps scheint in manchen Teilen der Welt zuverlässiger zu sein als Google. Nachdem das Kind ja eh schon in den Brunnen gefallen war bin ich zu Fuss in die Strasse. Leider haben die hier nicht so viele Hausnummern, als dass ich in die falsche Richtung gelaufen bin. Und scheiss weit, also viel weiter als ich dachte, war es auch noch.
Während ich gestern noch relativ gut gelaunt war, war ich heute morgen dann doch etwas angepisst. Hilft nix. Also nochmal dahin. Wieder zu fuss. Ich hatte ja Zeit.
Im ukrainischen Konsulat haben sie mir aber gesagt, dass sie dafür nicht zuständig seien. Ich müsste zum Departement Justizia.
So langsam kam meine gute Laune wieder. Schnitzeljagd für grosse.
Gute 3km weiter war ich auch schon da. Die sagten aber, dass ich dafür zur Migration Police müsse. Da hatte ich dann noch ein kleines bisschen Glück. Eine Frau hat angeboten mich dort hin zu fahren.
Bei der Migration Police konnte aber natürlich keine English. Also hat der Herr Polizist seine Frau angerufen, die super Englisch konnte. Ende vom Lied war aber, dass die Migration Police da nix machen kann. Das muss das Konsulat machen. Ahhhh! Gut, das war ja schon vorher klar, aber was will man machen?
Zurück im Konsulat habe ich einen Typen gefunden der relativ gut englisch konnte. Er wollte mir helfen. Aber irgendwann stand dann wieder die Schönheit vom Morgen da und sagte, dass sie dafür keine Kompetenz hätte. Das Haus das Verrückte macht!
Nachdem ich heute 5h durch die Stadt gewandert bin, bin ich am Ende keinen Schritt weiter.
Jetzt werde ich morgen mal die deutsche Botschaft anrufen und fragen ob die mir helfen können. Meine Mittel scheinen ausgeschöpft.

Almaty – und es läuft nicht wie es soll

Am Dienstag morgen, also gut, es war schon fast Mittag sind Fritz und ich los nach Almaty. Der Grenzübertritt nach Kasachstan war auf dieser Strecke kein Problem. Nach meinen letzen Erfahrungen habe ich mich ja schon auf das schlimmste eingestellt. Aber ne, aus Kirgistan war ich in 10min raus und ich Kasachstan in einer Stunde drin. Das einzige Problem war, dass die Zolleinfuhrdeklarationen nur in Russisch auslagen. Ein netter Grenzbeamter war mir aber dann behilflich. Die Autodurchsuchung war auch sehr entspannt. Nur dann hat er meinen Foto gefunden und wollte die ganzen Bilder ansehen und ich musste ihm immer auf der Karte zeigen wo das war. Das sind schon lustige Kerlchen hier.
Auf der anderen Seite habe ich Fritz wieder aufgesammelt und dann gings weiter nach Alamty.
Am Mittwoch sind wir zur russischen Botschaft. Leider vergeben die Visas nur am Dienstag und am Freitag. Super. Also weiter zur Migration-Police zur Registrierung. Danach hab ich meinen kleinen gepackt und ihn zum Hyundai ans andere Ende der Stadt gebracht damit die ihn gründlich durchchecken können. Leider waren die Ausgebucht.
Am Donnerstag morgen um 9 war ich dann wieder dort. Oh man, ein Drama. Der freundliche Verkäufer, der einzige in dem Laden der Englisch kann, hat übersetzt. Wenn ich nicht auf ihn angewiesen gewesen wäre, ich hätte ihn erschlagen. Der hat glaub etwas viel Telewerbung gesehen. Es ist unglaublich zu was der mir alles gratuliert hat.
Nach 5h rumsitzen wurde ich in die Werkstatt geführt. Ich ging ja davon aus, dass da dann schon alles gemacht war. So arg viel war es ja nicht. Ich wollte nen Ölwechsel, nen neuen Luftfilter, die Zündkerzen gereinigt und dass sie sich meine Bremsen und das gerappel am Ganghebel ansehen. Gemacht war noch nix.
Die meinten noch, dass ich neues Öl in der Hinterachse brauche. Gut. Von mir aus. Dann kam raus, dass beim Abziehen der Zündkabel ein Kabel kaputt ging, das könnten sie bis morgen besorgen. OK.
Also bin ich mit dem Bus wieder zurück in die Stadt. Aus versehen habe ich sogar nen echt guten erwischt der mich fast bis ans Hotel brachte.
Gestern habe ich dann mein russiches Visa beantragt. Mit Express. 100USD, aber damit habe ich es am Dienstag. Am Abend habe ich meinen kleinen wieder abgeholt. Ein Drama!
Die Sachen die mir wichtig waren haben, Bremsen und Ganghebel haben sie nicht gemacht. Dafür haben sie mir noch im Untersetzungsgetriebe das Öl gewechselt, in der naiven Haltung, dass dann mein Ganghebel nicht mehr vibrieren würde. Auf die Idee muss man erst mal kommen. Gebracht hat es natürlich nix.
Weil ich mich beschwert hatte, kam dann noch ein anderer Mechaniker dazu. Der kuckt kurz und sagt mir dann, dass die Dichtung vom Motor (Zylinderkopf) nicht mehr gut ist. Super. Da untersuchen sie 5h lang mein Auto, wechseln Öl und alles, aber das sehen sie nicht…
Meine Bremsen haben sie auch nicht gemacht. Sie haben die Teile nicht. Bestellen würde 6-8 Wochen dauern. Der Tipp: Vorsichtig fahren und möglichst nicht auf schlechten Strassen. Bei so viel Dummheit steht man machtlos daneben.
Und als i-Tüpfelchen kommt noch eins oben drauf: Der Kostenvoranschlag war 46000 Tenge (). Geforderte Kosten 75000. Nachdem ich mich dann etwas pampig geworden bin, konnte sie auf 62000 runter handeln.
Wenn ich gewusst hätte was das für Pfeifen sind, hätte ich alles in Bishkek machen lassen. Da hätten sie es gekonnt. Aber nein, ich muss mich ja auf Hyundai Almaty überlassen.
Jetzt weiss ich auch nicht so recht weiter. Hab grade mal ein paar Logistikunternehmen angeschrieben was eine Überführung kostet. Durch Kasachstan sind es 3000km bis zur russischen Grenze und dann nochmal 1000 bis in die Türkei. Es wäre halt blöd wenn mein kleiner zwischendurch Schlapp machen würde.
Alles scheisse!

Bye Bye Bishkek

So, lange genug rumgesessen und Zeit tot geschlagen. Wobei ich sagen muss, dass es sich mit einem Buch in der herbstsonne auf Bishkeks Plätzen durchaus aushalten lässt.
Am Freitag haben wir den Einzahlungsschein vom Visa abgegeben und danch war ich nochmal bei meinem Panzerchen. Die Hämmatome auf meinem Rücken war schon etwas zurück gegangen. Trotzdem habe ich sie gebeten etwas zarter zu sein. Sie hat sich bemüht, hat mich mit heissen Steinen belegt und etwas sanfter massiert. Aber so richtig sanft ist nicht ihre Art. Nein, das passt nicht zu ihr. Zum Abschied hat sie mir noch Räucherstäbchen geschenkt 🙂
Das WE hab ich wie gesagt auf Bishkeks Bänkchen verbracht. Oh, am Sonntag war ich zusammen mit Fritz Mittagessen. Gegrillte Schweinekotlets. Je je je! Dazu Pommes und ein Bier! Endlich mal wieder was vernünftiges.
Heute bin ich nochmal zum Autoteilebasar gefahren um mir eine neue Verteilersteckdose für’s Auto zu holen. Die letzte ist durchgeschmort…
Morgen früh geht es dann endlich weiter nach Almaty. Russisches Visum holen, Autochen zum Hyundai bringen und checken lassen und dann ab Richtung heimat.

Nix mit Autoverkauf. Wer A sagt muss auch B(äh) sagen

Hui, jetzt hab ich lange nicht geschrieben. Andererseits gab es auch kaum was neues.
Nach langem ringen, ich hatte die letzten 2 Wochen ja kaum einen anderen Gedanken, hatte ich mich entschossen den kleinen abzustossen.
Ich hatte Martin, einen Schweizer, den wir in Khorog getroffen hatten angeschrieben, weil der einen Bekannten hat, der hier Autos verkauft. Der meinte aber, dass das schwierig sei, weil das Auto so alt ist und hat mir einen Link auf eine Webseite geschickt zur Berechnung der Zollabgaben. 3500USD. Nicht lustig.
Einen Händler den ich angeschrieben hatte, hat mir angerufen. Ein voll netter Typ der auch noch gut englisch gesprochen hat. Der meinte, ich hätte keine Chance das Auto zu verkaufen. Der meinte zu den 3500USD kämen nochmal so 500USD für andere Sachen drauf. Sein Tipp: Fahr das Auto heim!
Der Typ aus Arslanbob will mir 3000USD zahlen und würde dann die Einfuhr machen. Aber für 3000USD mag ich mich nicht von meinem kleinen trennen. Davon abgesehen wäre das ein ganz schöner verlust.
Daher habe ich mich jetzt entschlossen halt doch heim zu fahren. Aber 8 bis 9000km sind halt schon weit. Dazu kommt, je länger ich hier rumsitze, je mehr bekomme ich lust noch weiter zu reisen. Südostasien vielleicht? Sonne, Strand und Meer. Hier ist es Herbst. Zwar ein schöner goldener Oktober, aber halt doch kalt.
Ausser warten gab es diese Woche nicht viel zu tun. Anfang der Woche waren Feiertage, warum ich erst heute zur Botschaft konnte um mein kasachisches Visum zu beantragen. Morgen muss ich nochmal hin um den Einzahlungsbeleg abzugeben und dann heisst es nochmal 3-5 Tagen warten. Aber rumfaulen ist ja meine Spezialität.
Gestern war ich bei der Massage. Donnerwetter, das war ein Weib. Nicht arg gross, aber dafür stark. Nachdem die mich eine Stunde lang misshandelt hatte, kam ich mir vor wie von nem russischen Panzer überrollt. Dafür war mein Rücken sehr leicht und es ist schön wenn der Schmerz nachlässt.
Das Stück durch Kasachstan bis Tiflis wird mich wohl Fritz begleiten. Ein älterer Schweizer, der gerade sein Leben in Australien aufgegeben hat.
In Almaty werde ich meinen kleinen wohl nochmal zum Service bringen und dann geht’s auf Richtung Russland, Georgien und in der Türkei entscheide ich dann, ob ich dort noch ein bisschen Reise oder ob ich einfach durchfahre und dann etwas wegflieg oder doch einfach da bleibe. Irgendwie alles blöd.

Jetzt ist sie weg und ich bin wieder allein

Katrin hat spontan beschlossen zur Hochzeit ihres besten Freundes zurück in Schweiz zu fliegen. So zu sagen als Überaschungsgast. Also haben wir in Arslanbob einen Flug gebucht. Leider hatte sie den Flug im Internet über so eine Billig-Reiseagentur gebucht, welche dann die Zahlung nicht machen konnte, wodurch das Ticket verfiel. Daher mussten wir dann an einer Tanke halten und dann über das langsames EDGE-Netz einen neuen und leider auch teueren Flug buchen.
Wie auch immer, der neue Flug wurde gebucht und ich habe sie heute morgen, ach was sag ich, mitten in der Nacht, zum Flughafen gebracht. Natürlich nicht ohne nochmal von der Polizei kontrolliert zu werden… Wenigstens gab es nichts zu beanstanden.
Vorher war ich im Adriano-Cafe im Bishkek Center und genoss deren richtig guten Cappuchino und ein Stück Sachertorte. Hmmm.
Das mit dem Auto verkaufen gestaltet sich nicht so einfach. Die Händler hier sind einfach nicht im Internet zu finden. Je nachdem wieviel es gibt fahre ich halt heim oder verkaufe ihn.