Worlds end

Gestern Mittag sind wir weiter bis Murgab. Scheisse, echt. Das ist hier das einzige Städtchen. Hier wollte ich nicht begraben sein. Dadurch, dass Sonntag war, war die Stadt noch mehr tot als sie es vielleicht unter der Woche ist. Alle Läden zu, kaum Menschen auf den zu breiten Strassen. Die Häuser sind meist einstöckige Flachbauten. Bis auf die Hauptstrasse sind alle Strasse nur gekiest. Eine Stadt nicht weniger bizarr als die Landschaft die sie umgibt. Nicht besonders einladend.
Nach dem Mittagessen im Hotel sind wir gleich weiter zu heissen Quellen. Weil wir halt beide irgendwie Trödler sind und die Strasse zu den Quellen sehr schlecht ist, haben wir die 50km nicht geschafft.
Unterwegs haben wir nach dem Weg gefragt. Der Typ hat uns dann noch auf zwei Marco Polo Schafe auf der anderen Seite des Flusses aufmerksam gemacht. Sehr schöne Tiere.
Bei der Suche nach einem guten Schlafplätzchen hatten wir wieder mal ein gutes Händchen und einen Ort von besonderer Schönheit gefunden. Wir sind einfach von der Strasse ab und den Kieshang runter gefahren bis zum Fluss. Hohe steile Wände umgeben uns. Eine ist schwarz, eine braun. Im Hintergrund kuckt ein ockerfarbener Hügel hervor. Das Tal flussabwärts ist grün. Das erste richtige Grün das wir hier sehen. Im Hintergrund einige schneebedeckte Gipfel. Es ist still. Ausser dem Wind ist nichts zu hören.
Heute morgen haben wir dann wieder bei offenem Kofferraum gelesen und
mit dem Fernglas nach mehr Schafen gesucht. Leider ohne Erfolg.
Im nächsten Dorf hab ich wieder nach dem Weg gefragt. Der sehr schmale und steile Kiesweg liess uns aber zweifeln. Also zurück ins Dorf. Um auf Nummer sicher zu gehen habe ich mit dem Mann eine Karte gezeichnet. Es war der Weg. Das war aber erst der Anfang. Über dem Pass ging es gerade so weiter. Ich weiss nicht was man macht wenn da ein anderes Auto kommt.
Links ging es steil und tief ins Tal und irgendwann, so nach 5km, in so einem Steilstück verliess uns der Mut. In einer Serpentine wendete ich. Katrin hat vorne gekuckt dass ich nicht ins Loch falle und ich bin hinten im Hang mit der Stossstange angestossen. Blöd. Jetzt ist der hintere Kuhfänger halt etwas verbogen.
Wir wollten zu Fuss noch etwas weiter gehen und kucken. Aber ich konnte mir nicht vorstellen, dass hier, auf 3800m, in dieser Steinwüste eine Quelle geben sollte.
Plötzlich kam ein Jeep um die Ecke und ich fragte die Leute ob wir auf dem richtigen Weg seien. Es war ein älteres australisches Pärchen die sich einen Fahrer für den Pamir gemietet hatten. Die haben uns dann beide eingeladen und wir sind mit denen weiter gefahren. Schon lustig wie das Leben manchmal spielt.
Die heisse Quelle war dann noch so ein Ort aus einem Sciencefiction Film. Wir standen oben am Rande einer Schlucht. Um uns rum nur diese verwüstete Berglandschaft. Unten in der Schlucht jedoch war alles grün.
Neben dem Fluss standen zwei alte, halb gemauerte Gewächshäuser mit zerbrochenen Scheiben. Daneben noch drei alte Gebäude. Gespenstisch.
Unten angekommen mussten wir den Fluss über zwei windige Brücken überqueren. Das Badhäuschen war überraschend nett und sauber. Die leiten das heisse Wasser, das aus dem Boden kommt, über einen Kanal in zwei getrennte Betonbecken. Ein gemütliches Bad in schönem warmem Wasser. Herrlich!
Anschliessend ging es zurück nach Murgab wo wir heute nacht schlafen.
Naja, das Guesthouse bzw. der Homestay sind nicht besonders, aber wir
haben Strom und fliessend Wasser.